Reiserecht: Katalogbild als zugesicherte Eigenschaft

16. Juni 2009

Und wieder Neues aus dem Reiserecht: Jeder kennt die schönen Ferienkataloge im Hochglanz-Layout mit schönen Bildern vom Urlaubsort. Zuweilen indes läßt sich die Wirklichkeit am Urlaubsort mit den schönen Bildern nur schwer in Übereinstimmung bringen. So erging es etwa einem Reisenden, der nach der Buchung einer Kreuzfahrt an Bord feststellen mußte, daß die im Katalog (beispielhaft) abgebildete Kabine mit Balkon und großflächiger Frontverglasung mit Seeblick in der Wirklichkeit nur eine Aussicht auf eine Brüstung, nicht jedenfalls auf das Meer erlaubte.
Das Amtsgericht Rostock hat mit einem Urteil vom 4. September 2008 entschieden, daß ein Katalogfoto als verbindliche Erklärung im Sinne einer zugesicherten (Reise)Eigenschaft zu verstehen ist, an der sich der Veranstalter festhalten lassen muß. In vorliegenden Fall hat das Gericht in der tatsächlichen Abweichung zwischen dem (repräsentativen) Katalogfoto und der Wirklichkeit eine Reisemangel erblickt und dem Urlauber eine Minderung des Reisepreises um fünf Prozent zugestanden, dies nicht zuletzt mit dem Hinweis, daß der Reisekatalog in der Regel die einzige Informationsquelle des Urlaubers sei und dieser sich auf die dort dargestellten Informationen verlassen können muß (AG Rostock, AZ 41 C 190/08).
RA Aabadi